Gasheizung: Vor- und Nachteile [2022] im Überblick

Die Gasheizung ist nach wie vor eines der beliebtesten Heizsysteme. Das liegt vor allem daran, dass viele Modelle vergleichsweise günstig in der Anschaffung sind, zuverlässig arbeiten und (ohne Gaskessel) klein und unauffällig installiert werden können.

Dennoch gilt die Gasheizung aufgrund der fossilen Brennträger als nicht besonders umweltfreundlich. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Vor- und Nachteilen der Gasheizung, Funktionsweise, Kosten, Fördermöglichkeiten sowie nachhaltigen Alternativen.

Gasheizung Vor

Wie funktioniert eine Gasheizung?

Um die Vor- und Nachteile einer Gasheizung ausmachen zu können, muss man sich zuerst die Funktionsweise dieser Heizungsart näher ansehen. Das Funktionsprinzip ist einfach:

  1. Der Heizbrenner verbrennt ein Gas, wodurch Wärme entsteht.
  2. Diese wird genutzt, um das kalte Heizwasser im Heizkessel zu erhitzen.
  3. Mithilfe einer Pumpe gelangt das nun erwärmte Heizwasser in die Heizkörper, wo die Wärme an den Raum abgegeben werden kann.
  4. Die Pumpe kann bei einer entsprechenden Gasheizung außerdem das Gebrauchswasser erhitzen.
  5. Kühlt sich das Heizwasser wieder ab, fließt es zurück in den Heizkessel, wo es erneut erwärmt werden kann.

Heutzutage werden fast ausschließlich Gas-Brennwertheizungen installiert, die besonders energieeffizient arbeiten. Diese holen die verlorene Energie aus den Kondensationsprozessen im Heizkessel zurück und nutzen sie für die Heizwärme. So geht weniger im Gas enthaltene Energie verloren und man muss weniger Brennstoff zuführen, um dieselbe Heizkraft zu erhalten, wie bei älteren Heizwertanlagen.

Therme oder Kessel?

Bei einer Gasheizung hat man die Wahl zwischen einer Therme und einem Kessel. Bei einer Gastherme – so wird das Gas-Wandheizgerät meistens genannt – wird das Wasser mithilfe eines Durchlauferhitzers erwärmt, sobald es gebraucht wird. Der Gasheizkessel kann erwärmtes Wasser speichern. Das eignet sich für Haushalte, in denen viel Warmwasser auf einmal benötigt wird. Die Funktion der Gasheizung ist jedoch bei beiden – Therme und Kessel – dieselbe.

Welche Gasarten werden genutzt?

Bei der Gasversorgung haben Sie zwei Optionen: entweder ist der Haushalt an das örtliche Gasversorgungsnetz angeschlossen oder man benötigt einen eigenen Gastank. Für diesen braucht man allerdings genügend Platz, da er aus Sicherheitsgründen nicht einfach frei aufgestellt werden darf. Zum Heizen verwendet man dann hauptsächlich die folgenden Gasarten:

  • Erdgas, dessen Hauptbestandteil Methan ist
  • Flüssiggase, bestehend aus einem Gemisch aus Propan und Butan
  • Biogas aus der Vergärung von Biomasse
Mehrere Gas-Pipelines in einer Reihe

Welche Vorteile hat die Gasheizung?

Wenn es um die Vorteile einer Gasheizung geht, muss man nicht lange suchen. Einer der wichtigsten Vorzüge ist der hohe Wirkungsgrad. Durch den geschlossenen Gaskreislauf kann die gewonnene Energie beinahe vollständig in Wärme umgewandelt werden – mit nur minimalem Energieverlust. Dies trifft insbesondere auf Gasheizungen mit Brennwerttechnik zu, da hier zusätzlich die Energie aus dem Kondensator zum Heizen genutzt werden kann. Eine effektive Gasversorgung ist damit garantiert, ebenso wie das sichere Ableiten der Abgase (vor allem CO2) über eine spezielle Abgasleitung.

Zudem lässt sich die Gasheizung sehr platzsparend installieren, sofern man einen Gasanschluss und keinen Gastank nutzt. Dadurch nimmt sie in Keller oder Hauswirtschaftsraum kaum Stauraum weg und es bleibt mehr Platz für die Aufbewahrung anderer Gegenstände. Gleichzeitig kann der gesamte Wohnraum zuverlässig mit Wärme und Warmwasser versorgt werden – und das über viele Jahre hinweg.

Ein weiterer Vorteil der Gasheizung ist der vergleichsweise günstige Anschaffungspreis. Kleinere Wandgeräte sind um rund 1.000-2.000 € erhältlich, eine größere Anlage kostet 4.000-5.000 € – zuzüglich der Installationskosten. Andere Leitsysteme sind hier durchaus kostspieliger in der Anschaffung.

Hat die Gasheizung Nachteile?

Obwohl sich die Anschaffungskosten für die Gasheizung meist in Grenzen halten, gibt es andere Kostenfaktoren, die man nicht außer Acht lassen darf. Einerseits muss die Gasheizung an die örtliche Gasversorgung angeschlossen werden. Das kann recht kostspielig sein – vor allem in ländlichen Gebieten, wo es noch kein ausgeprägtes Gasversorgungsnetz gibt. Hier ist meist ein großer Aufwand nötig, um die Heizung anschließen zu können kann, verbunden mit entsprechend hohen Kosten.

Danach ist man natürlich abhängig vom Gasanschluss, was Versorgung, Ausfälle und auch Kosten betrifft.  Will man die eigene Gasheizung nicht an das Gasnetz anschließen, muss man sich einen Gastank anschaffen, der viel Platz in Anspruch nimmt. Auch die laufende Befüllung des Tanks kann zur Herausforderung werden.

Außerdem beeinflussen die Gaspreise sehr stark die laufenden Kosten der Heizung. Je höher die Gaspreise, desto höher natürlich auch die Betriebskosten. Etwaige starke Anstiege und Schwankungen der Preise müssen hier in Kauf genommen werden. Da das Gas zum größten Teil aus dem Ausland importiert wird, ist man zudem natürlich von den Lieferungen aus Russland, Norwegen & Co. abhängig. Gas lässt sich zudem nicht auf Vorrat kaufen und über Jahre hinweg lagern, weshalb man zwangsläufig vom aktuellen Marktpreis und der Verfügbarkeites Gases abhängig.

Und zu guter Letzt einer der ausschlaggebendsten Nachteile einer Gasheizung: die Verwendung fossiler Brennstoffe. Die allermeisten Gasheizungen werden mit Erd- oder Flüssiggas betrieben, die beide auf fossilen Brennstoffen basieren. Auch wenn Gas schadstoffärmer verbrannt werden kann als Erdöl, hat es dennoch eine schlechte Umweltbilanz und das Vorkommen ist begrenzt. Das Ausweichen auf Biogase ist hier eine Option, um trotz Gasheizung nicht von fossilen Brennstoffen abhängig zu sein und die Umwelt zu schonen.

Heizkörper in der Form eines Sparschweines

Was kostet eine Gasheizung?

Die Anschaffungskosten für eine Gasheizung sind von vielen verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Größe, Ausführung oder Leistung der Heizung abhängig. Je größer, leistungsstärker und innovativer das Modell ist, desto teurer ist es natürlich in der Anschaffung.

Bei den Kosten für eine Neuanschaffung einer Brennwertgasheizung in einem Einfamilienhaus nähert man sich in etwa der 15.000-€-Marke. Das Brennwertgerät selbst kommt zwar nur auf etwa 3.000-4.000 €, wozu sich aber noch Kosten für Kaminsanierung, Warmwasserspeicher, Montage, Installation und Gasanschluss bzw. Kosten für den Flüssiggastank gesellen.

Hinzu kommen die Kosten für Wartung und Instandhaltung und selbstverständlich jene für das Gas. Vor allem Letzteres ist hier entscheidend, da die Preise von fossilen Brennstoffen starken Schwankungen unterliegen. Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Interessenskonflikte, die an Erdöl und -gas hängen, bleibt die Zukunft der beiden Stoffe bzw. der Zugang zu ihnen ungewiss, ganz abgesehen davon, dass ihr Vorkommen ohnehin endlich ist.

Gibt es eine Förderung für Gasheizungen?

In Österreich gibt es aktuell keine Förderung für den Einbau einer neuen Gasheizung.

Es gibt lediglich eine Förderung zum Austausch einer vorhandenen Gasheizung durch eine klimafreundlichere Heizungsart.

Diese Förderungen gehören zum Programm „raus aus Öl und Gas“ 2021/2022. Wie hoch die Förderung ausfällt, wird individuell bestimmt.

Hausdach mit Kamin und Solaranlage
Handwerker arbeitet an Gastherme

Gasheizung erneuern: Lohnt sich das?

Wenn die alte Gasheizung in die Jahre gekommen ist, steht man früher oder später vor der Frage, ob sich eine Erneuerung noch lohnt oder ob man besser auf eine alternative Heizungsform umsteigen sollte. Grundsätzlich macht es Sinn, eine Gasheizung zu erneuern, weil eine moderne Heizung mit Brennwerttechnik energieeffizient arbeitet, weniger Abgase produziert und sich auch die laufenden Kosten senken lassen.

Die Erneuerung der Gasheizung muss jedoch wirtschaftlich vertretbar sein. Ist nur der Tausch des Kessels oder eine kleinere Reparatur notwendig, zahlt sich das aus. Auch im Zuge einer generellen Sanierung kann sich die Erneuerung lohnen. Ist jedoch eine Reparatur um mehrere tausend Euro notwendig, damit die Heizung wieder Wärme spendet, oder muss gar das gesamte Heizsystem erneuert werden, sollte man sich nach einer Alternative zur Gasheizung umsehen.

Was kostet eine Gasheizung?

Die Anschaffungskosten für eine Gasheizung sind von vielen verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Größe, Ausführung oder Leistung der Heizung abhängig. Je größer, leistungsstärker und innovativer das Modell ist, desto teurer ist es natürlich in der Anschaffung.

Bei den Kosten für eine Neuanschaffung einer Brennwertgasheizung in einem Einfamilienhaus nähert man sich in etwa der 15.000-€-Marke. Das Brennwertgerät selbst kommt zwar nur auf etwa 3.000-4.000 €, wozu sich aber noch Kosten für Kaminsanierung, Warmwasserspeicher, Montage, Installation und Gasanschluss bzw. Kosten für den Flüssiggastank gesellen.

Hinzu kommen die Kosten für Wartung und Instandhaltung und selbstverständlich jene für das Gas. Vor allem Letzteres ist hier entscheidend, da die Preise von fossilen Brennstoffen starken Schwankungen unterliegen. Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Interessenskonflikte, die an Erdöl und -gas hängen, bleibt die Zukunft der beiden Stoffe bzw. der Zugang zu ihnen ungewiss, ganz abgesehen davon, dass ihr Vorkommen ohnehin endlich ist.

Heizkörper in der Form eines Sparschweines

Gibt es eine Förderung für Gasheizungen?

In Österreich gibt es aktuell keine Förderung für den Einbau einer neuen Gasheizung.

Es gibt lediglich eine Förderung zum Austausch einer vorhandenen Gasheizung durch eine klimafreundlichere Heizungsart.

Diese Förderungen gehören zum Programm „raus aus Öl und Gas“ 2021/2022. Wie hoch die Förderung ausfällt, wird individuell bestimmt.

Hausdach mit Kamin und Solaranlage

Gasheizung erneuern: Lohnt sich das?

Wenn die alte Gasheizung in die Jahre gekommen ist, steht man früher oder später vor der Frage, ob sich eine Erneuerung noch lohnt oder ob man besser auf eine alternative Heizungsform umsteigen sollte. Grundsätzlich macht es Sinn, eine Gasheizung zu erneuern, weil eine moderne Heizung mit Brennwerttechnik energieeffizient arbeitet, weniger Abgase produziert und sich auch die laufenden Kosten senken lassen.

Die Erneuerung der Gasheizung muss jedoch wirtschaftlich vertretbar sein. Ist nur der Tausch des Kessels oder eine kleinere Reparatur notwendig, zahlt sich das aus. Auch im Zuge einer generellen Sanierung kann sich die Erneuerung lohnen. Ist jedoch eine Reparatur um mehrere tausend Euro notwendig, damit die Heizung wieder Wärme spendet, oder muss gar das gesamte Heizsystem erneuert werden, sollte man sich nach Alternativen umsehen.

Handwerker arbeitet an Gastherme

Gasheizung ersetzen: Welche Alternativen zur Gasheizung gibt es?

Wie bereits erwähnt, ist eine Gasheizung nicht die nachhaltigste Heizmöglichkeit. Auch wenn sie die Energie sehr effizient einsetzen kann, wird sie noch immer vorrangig mit fossilen Brennstoffen betrieben, die einerseits endlich und andererseits nicht besonders umweltfreundlich sind. Hinzu kommen die stetig steigenden Gaspreise. Deshalb ist die Frage nach einer Alternative zur Gasheizung durchaus berechtigt.

Kombination mit umweltfreundlicher Heizungsart

Die einfachste Lösung ist – falls Sie bereits eine Gasheizung besitzen – diese mit einer umweltfreundlichen Heizungsart zu kombinieren. Dadurch können Sie die Vorteile beider Heizungsarten nutzen, ohne zu 100 % von fossilen Brennstoffen abhängig zu sein. Hier bietet sich insbesondere die Kombination mit einer Infrarotheizung an. Diese kann mit Ökostrom (z. B. Solarstrom) betrieben werden und spendet punktuell genau dort Wärme, wo sie gebraucht wird. Außerdem ist eine Gas-Hybridheizung in Kombination mit einer Pelletheizung eine umweltfreundliche Option.

Alternative Hauptheizungen: Infrarot oder Pellets

Wollen Sie die gesamte Gasheizung ersetzen, ist ebenso die Infrarotheizung als Hauptheizung eine gute Alternative. Natürlich sind Sie bei einer Elektroheizung im Vergleich zur Gasheizung von den aktuellen Strompreisen abhängig, aber diese werden nicht in jenem Ausmaß ansteigen, wie es die Gaspreise tun. Zudem ist ein umweltfreundliches Heizen mit Ökostrom möglich und es entstehen keine Abgase. Alternativ ist die Pelletheizung eine Heizungsart, die mit erneuerbaren Energieträgern – nämlich Holz – betrieben wird. Sie eignet sich ebenso, um die Gasheizung komplett zu ersetzen.

Bild mit Link zum Angebot

Fazit: Ist die Gasheizung noch zeitgemäß?

Wiegt man die Vor- und Nachteile einer Gasheizung ab, kommt man zu folgendem Schluss: Die Gasheizung arbeitet zuverlässig und effektiv, nur leider hauptsächlich mit fossilen Brennstoffen. Nichtsdestotrotz lässt sich mit ihr der Heizbedarf zu 100 % zu decken. Sie ist in gewissem Maße also schon noch zeitgemäß, aber nur dann, wenn sie mit erneuerbaren Energieträgern betrieben oder mit einer anderen umweltfreundlichen Heizungsart kombiniert wird. Die Infrarotheizung als Zusatzheizung ist hier eine gute und vor allem nachhaltige Option, um eine vorhandene Gasheizung zu ergänzen.

Infrarot-Wandheizungen

Stuhl neben Infrarotheizung
ZUR WANDHEIZUNG

Infrarot-Deckenheizungen

Regal und Lampe unter Infrarot-Deckenheizung
ZUR DECKENHEIZUNG

Infrarot-Zusatzheizungen

Couch neben Infrarotheizung
ZUR ZUSATZHEIZUNG

FAQ: Häufige Fragen zu den Vor- und Nachteilen der Gasheizung

Ist eine Gasheizung umweltfreundlich?

Eine Gasheizung wird in den meisten Fällen mit Erd- oder Flüssiggas betrieben, weshalb sie als nicht besonders umweltfreundlich gilt. Nutzt man jedoch Biogas als Brennstoff, ist die Ökobilanz besser. Dennoch gibt es einige Heizungsarten, die weitaus nachhaltiger sind als die Gasheizung.

Ist eine Gasheizung noch sinnvoll?

Gasheizungen sind nach wie vor sehr beliebt. Sie sind vergleichsweise kostengünstig und einfach in Betrieb zu nehmen. Obwohl sie grundsätzlich eher weniger umweltfreundlich sind, können sie heute mit erneuerbaren Energien wie Biogas kombiniert werden. Somit kann sie eine effiziente und nachhaltige Heizmethode sein. Dennoch sollte man sich auch der Nachteile der Gasheizung bewusst sein.

Wie sicher ist das Heizen mit Gas?

Eine Gasheizung ist nicht gefährlicher als z. B. ein Elektroheizkörper. Wenn man die Anlage fachgemäß montiert, betreibt und in regelmäßigen Zeitabständen wartet, ist sie sehr sicher. Außerdem sorgen bestimmte technische Einrichtungen an der Anlage (z. B. Gasströmungswächter) dafür, dass es zu keinen gefährlichen Unfällen beim Heizen mit Gas kommt.

Werden Gasheizungen verboten?

Laut Regierungsprogramm 2020 bis 2024 ist die Neuinstallation einer klassischen Gasheizung ab 2025 nicht mehr zulässig. Außerdem wird auch das Gasnetz nicht weiter ausgebaut. Die Nutzung von bestehenden Gasheizungen ist zwar noch möglich, jedoch sollte hier in jedem Fall verstärkt auf „grüne Gase“ zurückgegriffen werden. Auf lange Sicht ist der Austausch der Gasheizung durchaus sinnvoll.

Was kostet eine komplette Gasheizung?

Das Heizen mit Gas ist im Vergleich zu anderen Heizungsarten relativ kostengünstig. Für eine Gasheizung ist mit Gesamtkosten von etwa 15.000 € zu rechnen. Der Preis für das Gerät selbst bewegt sich zwar nur zwischen 3.000 € und 4.000 €, aber die Installations- und Betriebskosten müssen ebenfalls miteinberechnet werden. Hinzu kommen die Kosten für den laufenden Betrieb.

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